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5 Tipps für dein erstes Elterngespräch als Erzieherin

Kommst du frisch von der Ausbildung und startest gerade in einer Kita, einem Hort oder einer Einrichtung für behinderte Menschen? Ich erinnere mich noch gut an das flaue Gefühl im Bauch, als das bei mir so weit war.

Würde ich die Theorie auch anwenden können? Was, wenn die Eltern gleich mit Kritik ins Haus fallen? Würden sie mir die Fachkompetenz abnehmen?

 

Sicher hast du in der Ausbildung zur Erzieherin einiges über Gesprächsführung gelernt. Du hast von verschiedenen Kommunikationsmodellen gehört und achtest auf Ich-Botschaften.

 

Ich habe 5 Tipps für dich, wie du mit klarer und wertschätzender Sprache mehr erreichen kannst.

 

1. Intention: Was willst du in diesem Elterngespräch erreichen?

Überlege dir vorab, was dein Ziel für das erste Elterngespräch ist.

Und ich meine hier das erste Elterngespräch mit allen Eltern. 

 

Willst du die Grundlagen für eine vertrauensvolle Beziehung herstellen

 

Dann zeige dich authentisch, offen und ehrlich. 

Dazu kann auch gehören, dass du darüber sprichst, dass du ein wenig aufgeregt bist. 

Bereite das Gespräch fachlich gut vor, wenn es zum Beispiel um die Entwicklung des Kindes geht. 

Mache dir bewusst, dass die Kommunikation auf Augenhöhe stattfinden soll. Als erstes geht es um deine Haltung.

 

2. Wertschätzung: Die Basis für gutes Gelingen

Wertschätzung ist eine Haltung. Nimm sie mit in jeden persönlichen Kontakt. 

 

In einer wertschätzenden Haltung wirst du auf Kritik an der Person, Miesmachen, Herabschauen, Lästern und auch Bewerten verzichten. Achte und respektiere die Lebensweise, die Möglichkeiten und die Überzeugungen deiner Gesprächspartner:innen. 

 

Ja, ich weiß: Das ist manchmal eine ziemliche Herausforderung und es gelingt nicht jeden Tag gleich gut. Doch du hast jeden Tag eine neue Chance dazu.

 

Wertschätzung lässt sich auch üben. Zeige Aufmerksamkeit und Interesse und gib wohlwollendes Feedback. Nutze dazu die persönlichen Fürwörter: Ich, wir, du, ihr ...

 

"Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit."

"Ich bitte Sie um eine Rückmeldung, sobald ..."

"Ich freue mich, wenn ..."

"Es ist mir ein Anliegen, mit Ihnen vertrauensvoll zusammenzuarbeiten."

 

Achte auf eine angemessene Einladung, ansprechende räumliche Situation und nimmst dir ausreichend Zeit. Auch das ist Wertschätzung gegenüber den Eltern.

 

3. Ansprache: Stelle einen guten Kontakt her!

Ob Eltern mit du oder Sie angesprochen werden, das ist in Kitas unterschiedlich. Im Einzelfall gilt es, das Einverständnis für das "du" abzusprechen.

 

Stelle sicher, dass du den Namen der Eltern kennst. Also, dass du beim "du" eben auch die Vornamen der Eltern weißt. Achte darauf, den Namen korrekt auszusprechen. Frag lieber zweimal nach als später vernuschelt oder Namen vermeidend mit den Eltern zu sprechen. Du zeigst damit, dass dir der persönliche Kontakt, eure Beziehung wichtig ist. 

 

Angenommen, du begegnest deiner Gesprächspartnerin Frau Sommerberg auf dem Weg ins Besprechungszimmer. Überlege dir vorab, welchen Eindruck du hinterlassen willst.

Wie wirkst du so?

Du rufst "Komme gleich!" aus 5 Metern Entfernung.

Du wirkst unvorbereitet, hektisch und wenig kompetent.

 

Und wie wirkst du so?

Du gehst hin, stellst Blickkontakt her und sagst: "Guten Morgen, Frau Sommerberg. Ich freue mich, dass Sie heute Zeit für ein Gespräch mit mir haben. Bitte gehen Sie schon vor in unseren Besprechungsraum. Ich hole nur noch meine Unterlagen."

Im zweiten Beispiel wirkst du präsent, klar und wertschätzend. Du vermittelst Ruhe und Souveränität. 

 

Zum Herstellen eines gutes Kontaktes gehören Ansprechen mit dem Namen, Anschauen und Atmen. Das bezeichnen wir im LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationskonzept als die 3A.

Mit den 3A erreichst du auch während des Gesprächs immer wieder gut die Aufmerksamkeit deiner Gesprächspartner:innen. 

 

4. Pausen: Lass deine Worte wirken!

Eben schrieb ich vom Atmen. 

 

Das ist wie beim Lesen der Absatz. Beides lässt einen Satz wirken. Frau Sommerberg im Gespräch wird dir besser folgen können. Sie wird sich auch deine Worte besser merken können. Gib ihr also immer wieder die Chance dazu, indem du minimale Pausen zwischen deinen Sätzen machst. 

 

Sprechpausen schaffen auch die Gelegenheit zum Dialog. 

 

5. Abschluss: Runde das Elterngespräch richtig ab!

Je nach Intention und Thema des Elterngesprächs wirst du unterschiedliche Möglichkeiten nutzen können. Wichtig ist grundsätzlich jedoch, dass es es einen runden Abschluss gibt. Das gilt auch, wenn ihr unterschiedlicher Meinung seid oder etwas aufgrund der Zeit nicht zu Ende besprochen werden konnte. Dann fasse das in Worte. 

 

"Wir konnten heute noch keine Lösung finden. Lassen Sie uns darüber nachdenken und (z.B.) in zwei Wochen nochmal darüber sprechen."

 

Andere Formen von Abschluss sind

  • eine Zusammenfassung
  • das Benennen von Vereinbarungen
  • das Aufzeigen von nächsten Schritten oder Perspektiven
  • das Danken
  • gute Wünsche

Willst du noch mehr Tipps für klare und wertschätzende Kommunikation als Erzieherin? Dann buche eine Fortbildung bei mir und ich komme in eure Kita oder Einrichtung. Ihr seid zu weit weg? Dann lass uns über eine Online-Fortbildung sprechen. Ruf mich an!

 

Telefon 09352 807887

 

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