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Mein Geständnis: Welche Kommunikations-Fehler ich mit meinen Kindern früher machte

Kennst du Ärzte, die ihren Patient:innen gesunden Lebenswandel predigen und die du dann vor der Kneipe mit der Zigarette in der Hand rauchen sahst? Okay, zugegeben, das muss irgendwann vor 2020 gewesen sein. Und was hältst du von deiner Freundin, die dir gesteht, dass ihr Konto ständig in den roten Zahlen ist. Dabei arbeitet sie auf dem Finanzamt, und du dachtest, die müsste sich doch mit Geld auskennen. Peinlich? Unglaubwürdig? Oder menschlich? Erwartest du von den Spezialist:innen einer Branche herausragende Leistungen? 

 

Was erwartest du von mir als Kommunikationstrainerin?

Und wie ist es dann bei mir? Was erwartest du von einer Sprach- und Kommunikationstrainerin? Den perfekten Small Talk ebenso wie die ruhige, strukturierte Auseinandersetzung mit dem Partner. Die allzeit überlegte und gelassene Kommunikation mit den eigenen Kindern ebenso wie die erfolgreichen Business-Verkaufsgespräche. Puh. Ich merke schon: die Themen hier reichen noch für drei weitere Geständnisse.

 

Ich bin nicht als Kommunikations-Naturtalent geboren

Ich gestehe: Ich habe eine klare und wertschätzende Kommunikation nicht in frühester Kindheit inhaliert. Meine Eltern meinten es gut und sie machten es so gut, wie es ihnen möglich war. So wie sie es gelernt hatten, so gaben sie es an mich weiter. Mein Vater sprach zwar in der Regel Klartext, doch war er sicher kein großer Redner. Meine Mutter sprach oft um den heißen Brei herum und wollte es gerne allen recht machen. Ich weiß noch, als ich ganz klein war, forderte sie mich gegenüber Erwachsenen immer auf „Sag schön, wie du heißt!“ und ich antwortete brav: „Ich heiße Heike.“ So stellte ich mich jahrzehntelang vor. Sprache ist ansteckend.

 

Ich hatte in Deutsch fast immer 1 oder 2 und mir gelangen auch Referate flüssig. Dennoch war ich nie die glänzende Rhetorikerin oder gar Wortführerin. In meiner Ausbildung als Erzieherin und im Studium als Diplom-Heilpädagogin (FH) lernten wir zwar Pädagogik, Methodik, Didaktik und vieles mehr, doch Kommunikation war eher ein Nebenschauplatz. Wir sprachen nicht darüber, wie klare und wertschätzende Kommunikation geht. Okay, Gesprächsführung mit Eltern oder das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun waren natürlich Thema, doch an mehr kann ich mich nicht erinnern. 

 

Welche Kommunikations-Fehler ich mit meinen Kindern früher machte

Wie war das nun mit der Kommunikation mit den eigenen Kindern? Ich war gewiss nicht immer klar und eindeutig. Mir ist auch manches Mal „der Kragen geplatzt“ und ich habe es an Wertschätzung vermissen lassen. Mit „fremden“ Kindern lassen sich die Theorien immer leichter anwenden als mit den eigenen. Dazu kamen noch die eigenen Ansprüche an mich: Als Erzieherin muss mir das Erziehen ja wohl besonders gut gelingen.

 

Ich erinnere mich gut an derartige Sätze zu meinen Teenager-Kindern: „Würdest du bitte mal die Spülmaschine einräumen, Max?“ Was passierte? Zunächst ein fragender Blick, „Was soll ich?“, weil er natürlich auf sein Handy gestarrt hat. Ich wiederholte „Ich habe gefragt, ob du mal die Spülmaschine einräumen würdest.“  - „Äh, nö, ich wollt jetzt gleich zum Training, vielleicht später…“. Anstatt den Namen als erstes zu sagen, um die Aufmerksamkeit zu erreichen, sagte ich ihn erst am Schluss. Und ich fragte – das heißt, ich gab ihm die Möglichkeit mit „ja“ oder „nein“ zu antworten. Das ist bei so einer Frage immer offen. Schlauer wäre hier eine eindeutige Aufforderung gewesen: „Max, bitte räume die Spülmaschine ein, bevor du zum Training gehst!“ (Willst du mehr dazu wissen: Hier schreibe ich über "Eindeutige und klare Aufforderungen")

 

 

Heike Brandl
A - Ansprechen mit dem Namen

 

 

 

 

 

 

 

Die 3A - Ansprechen mit dem Namen, Anschauen und einen Atemzug Pause machen, bevor du weiter sprichst. Das ist der Schlüssel für eine wirkungsvolle und wertschätzende Kontaktaufnahme. 

 

Oder ich sagte zu meiner Tochter „Kannst du endlich mal dein Zimmer aufräumen?“ – Natürlich hätte sie das gekonnt, doch sie wollte es nicht. Sie hatte eigene Vorstellungen von „wohlfühlen“ und „Ordnung“. Als mir klar wurde, dass es ihr Zimmer war, konnte ich ihr dafür auch die Verantwortung überlassen. Wir machten einen Deal und ich ersparte mir von da an alle genervten Nachfragen. Das verbesserte unsere Beziehung ganz erheblich.

Du willst wissen, was der Deal war? "Der Weg zum Fenster muss begehbar sein." Das erforderte richtig Selbstbeherrschung und Geduld. Tiiiiief durchatmen und abwarten.

Irgendwann kippt die Bedürfnislage bei den Teenies. Spätestens wenn der erste Boyfriend seinen Besuch ankündigt.

 

Mit Lingva Eterna habe ich klare und wertschätzende Kommunikation gelernt

Als ich das Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept kennenlernte, wurde mir das alles nach und nach klar. Mit Präsenz, Klarheit und Wertschätzung erreichte ich bei meinen Teenagern etwas: Aufmerksamkeit, Offenheit, Gesprächsbereitschaft und vor allen Dingen eine liebevolle und vertrauensvolle Beziehung. Der Widerstand und die Reibereien lösten sich auf und ich freute mich über unser gutes Verhältnis zueinander. Gleichzeitig gelang es mir auch gut, sie loszulassen, als es soweit war. All das hatte mit meiner Sprache zu tun.

 

Wozu ich dieses Geständnis nun geschrieben habe? Ich will dir deutlich machen:

 

Es ist noch kein Kommunikations-Meister vom Himmel gefallen.

 

Auch ich habe mir Stück für Stück die Bausteine einer klaren Sprache erarbeitet. Du kannst das auch. 

 

Wobei merkst du in der Kommunikation mit deinen Kindern, dass etwas nicht funktioniert?

Oder merkst du erstmal nur, dass etwas nicht funktioniert. Du erkennst die Ursache noch nicht. Und vor allem weißt du nicht, wie du diesen "Bedienungsfehler in der Sprache" korrigieren kannst. Ich finde es gemeinsam mit dir heraus und begleite dich dabei. Im individuellen Sprachcoaching setzen wir da an, wo du gerade stehst und Unterstützung brauchst. 

Schreib mir, was dich bewegt.

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