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Was ist der Unterschied zwischen Rhetoriktraining und Sprach- und Kommunikationstraining?

Foto: Heike Brandl
Vortrag beim Familienstützpunkt Gemünden 2020

 

In meinen Vorträgen und Seminaren sagen mir die Teilnehmer:innen häufig, sie halten Rhetorik für sehr wichtig oder sie hätten schon verschiedene Rhetorikseminare besucht. Dann wiederum gibt es welche, die meinen, es ginge bei mir um Körpersprache.

 

Und am Ende kommt oft so eine Rückmeldung: "Oh, ich hatte mir etwas anderes vorgestellt, aber das was ich hier hörte, ist großartig."

 

Daher will ich hier einmal für mehr Klarheit sorgen und die Unterschied zwischen Rhetoriktraining und Sprach- und Kommunikationstraining aufzeigen.

 

Was bedeutet überhaupt Rhetorik?

Rhetorik ist ein altes griechisches Wort und bezeichnet die Kunst der Rede. In der Antike hatte die Rhetorik eine außerordentliche Bedeutung: Sie war das Leitfach, an dem sich andere Fächer zu orientieren hatten. Es gab Rhetoriklehrer und bereits Rhetorikhandbücher. Auch im Mittelalter gehörte die Rhetorik noch zu den wichtigsten Künsten.

 

Zur Zeit der Aufklärung und Romantik verlor die Rhetorik an Bedeutung. Durch die Nationalsozialisten wurde sie propagandistisch so vereinnahmt, dass sie regelrechte Verachtung erfuhr. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es wieder einen differenzierten Umgang mit Rhetorik und sie wird wissenschaftlich von verschiedenen Fachrichtungen erforscht.

 

„Zum einen geht es um die Kunst, Menschen von einer Ansicht zu überzeugen oder zu einer Handlung zu bewegen, zum anderen um die Wissenschaft vom wirksamen Reden.“ (1)

 

Und was ist Rhetoriktraining?

In den verschiedenen Angeboten geht es oft um souveränes Präsentieren, überzeugende Ausdrucksfähigkeit und einsetzen von Stilmitteln, Überzeugungskraft durch Körpersprache, Schlagfertigkeit, effektives Einsetzen der Stimme sowie die Vorbereitung von Auftritten. Auch der durchdachte Inhalt und die Struktur einer Rede können Thema sein. Häufig geht es darum, mit der Rede die Zuhörer:innen zu überzeugen, also um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. 

 

Für wen ist Rhetoriktraining geeignet?

Meist werden Menschen angesprochen, die präsentieren wollen oder müssen. Es gibt spezielle Rhetoriktrainings zum Erlernen von Strategien gegen Lampenfieber und Blackouts. Rhetoriktraining für Führungskräfte setzen Schwerpunkte in Verhandlungssicherheit und überzeugender Argumentation im direkten Gespräch. 

 

Was bedeutet überhaupt Kommunikation?

Kommunikation (2) ist der Austausch von Informationen auf verbale und nonverbale Art und beinhaltet sowohl Sprechen wie Schreiben. Zu den Informationen zählen in diesem Zusammenhang nicht nur Zahlen, Daten, Fakten sondern auch Wahrnehmungen, Empfindungen, Erfahrungen und Erkenntnisse.

 

Kommunikation ist einerseits alltäglich und wird nicht ständig hinterfragt. Weder über Inhalte noch Formen der Kommunikation machen wir uns im Alltag Gedanken. Wir reden einfach drauf los. Meist funktioniert das problemlos. Erst bei Missverständnissen und Misserfolgen kommen wir ins Grübeln.

 

Es gibt ganz unterschiedliche Zugangswege zum Thema. Zum Beispiel hören wir von Interkultureller Kommunikation, Mensch-Maschine-Kommunikation oder Gebärden-unterstützter Kommunikation, je nachdem in welchem Kontext wir uns bewegen. Natürlich gibt es auch eine Kommunikationswissenschaft.

 

Sprachwissenschaft (Linguistik) gibt es ebenso. Sie untersucht die Prinzipien, Regeln und Bedingungen einer konkreten Sprache. 

 

Wordcoud erstellt von Heike Brandl
Einige Aspekte der Kommunikation ...

Was ist dann Sprach- und Kommunikationstraining?

„Man kann nicht nicht-kommunizieren.“ sagte der berühmte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick (3).

 

Sprach- und Kommunikationstraining trainiert die Fähigkeiten, in den unterschiedlichsten beruflichen und privaten Gesprächssituationen erfolgreicher zu sein. Oft geht es um Kommunikation mit „schwierigen“ Mitarbeiter:innen und Kund:innen, um Umgang mit Konflikten, um Führungsqualitäten. 

 

Was ist das LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationstraining?

Wir betrachten differenziert die Sprache eines Menschen und machen deren Wirkung bewusst. Wir entwickeln gemeinsam mit den Coachees oder Teilnehmer:innen im Seminar, welche weiteren Möglichkeiten es dann gibt, z.B. als Alternative für eine bestimmte Formulierung. Ich nenne bei den folgenden Punkten nur eine kleine Auswahl an Beispielen.

  • Wie ist der Wortschatz? Benutzt du häufig „müssen“, Füllwörter wie „eigentlich“ oder sprichst von „Kopfzerbrechen“? Was bedeutet für dich ein bestimmtes Wort?
  • Wie ist der Satzbau? Bildest du vollständige Sätze oder lässt du häufig das „ich“ am Satzanfang weg?
  • Gebrauchst du eine sinnvolle Grammatik? Bildest du einen Aufforderungssatz, wenn du jemand zu etwas aufforderst? Oder sagst du: „Der Mülleimer ist voll.“ und erwartest, dass dein Gegenüber erkennt, was zu tun ist?
  • Wie sind deine individuelle Sprachmelodie und die Sprechgeschwindigkeit? Sie haben unterschiedliche Wirkungen.
  • Ist der Inhalt deiner Botschaft klar? Ist sie wertschätzend?
  • Wir zeigen dir, wie du deine persönliche Präsenz in Gesprächen verbesserst.
  • Wir sprechen über deine Werte und welchen Einfluss sie auf deine Sprache haben.
  • Wir zeigen dir, aus welchen 5 Schritten ein Gespräch besteht – das LINGVA ETERNA Kommunikationsmodell - und wie du es in Alltagssituationen anzuwenden lernst. Mit einer Routine darin wird dir die Umsetzung auch in schwierigen Gesprächen gelingen.

Im Grunde ist ein LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationstraining Persönlichkeitsentwicklung. Du bringst damit Ordnung, Klarheit und Struktur in deine Gespräche, deine Sprache und damit in dein Leben. 

 

Foto: Heike Brandl
Benutzt du die geeignete Satzart, zum Beispiel für eine Aufforderung?

Für wen ist LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationstraining geeignet?

LINGVA ETERNA Sprach- und Kommunikationstraining ist für Fach- und Führungskräfte aller Branchen geeignet. Es geht um die allgemeine Kommunikation im Dialog. Ich nenne eine Auswahl an Menschen, für die es geeignet ist:

  • Lehrer:innen, die die Kinder verbal besser erreichen wollen,
  • Abteilungsleiter:innen, die ihr Team leichter führen wollen,
  • Kita-Leiter:innen, die sich in Elterngesprächen mehr Sicherheit wünschen oder
  • Ausbilder:innen in Handwerk und Pflege, die den richtigen Führungsstil für eine dauerhafte Bindung ihrer Azubis kennenlernen wollen.

Bitte beachte: Auch Eltern sind Führungskräfte 😉

 

 

 

(1)   https://de.wikipedia.org/wiki/Rhetorik

(2)   https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikation

(3)   Paul Watzlawick, Janet H. Beavin, Don D. Jackson. Menschliche Kommunikation. Huber Bern Stuttgart Wien 1969, 2.24 S. 53

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