· 

Wie werde ich besser gehört?

Foto: Heike Brandl
Rotkehlchen

Indem du lauter wirst? Nein, sicher ist das nicht die Lösung. Es kommt darauf an wie du sprichst. Beobachte dich selbst:

Ist dir selbst von Vornherein klar, was du in einem Gespräch erreichen willst?

Redest du nur, damit geredet ist oder willst du wirklich etwas bewirken? Was ist deine Intention, deine Absicht für die nächste Gesprächssituation? Mach sie dir bewusst, dann wirst du mit einer klaren Haltung in das Gespräch gehen. Dann wirst du zum Beispiel die richtige Satzart wählen.

 

Beispiel:

Willst du beim Anderen eine Handlung bewirken, brauchst du einen Aufforderungssatz. Sagst du jedoch: „Bringst du den Mülleimer raus?“, dann ist das eine Frage. Dein/e Gesprächspartner:in hat dann die Option „Ja“ oder „Nein“ zu sagen. Ganz anders wirkt: „Bitte bring den Mülleimer raus!“

Kommst du selbst überhaupt vor in Sätzen, in denen es um dich geht?

Sagst du zum Beispiel „Ich bin gleich wieder da.“ oder fehlt das „Ich“? Viele Menschen machen unvollständige Sätze:

Beispiele:

„Komme gleich.“

„Geh eben mal kopieren.“

 

Beginne deine Sätze, in denen es um dich geht auch mit "Ich". Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Präsenz. Du bist wichtig. Und du hast etwas zu sagen. Gönne dir selbst den Raum, damit du gehört wirst.

Ganz anders klingt:

„Ich komme gleich.“

„Ich gehe kopieren.“

Sprichst du deine Gesprächspartner:in an?

Rufst du aus dem Nebenraum deinen Kinder zum Essen? Sagst du der in ihre Arbeit vertieften Mitarbeiterin beiläufig, was sie heute noch erledigen soll? Viele Menschen versäumen es, den Kontakt zum/r Gesprächspartner:in herzustellen.

 

Es braucht etwas Aufmerksamkeit, die 3A in deinen Sprachgebrauch aufzunehmen. Die 3A, das heißt:  Ansprechen mit dem Namen, Anschauen und einen Atemzug Pause einhalten, bevor du weitersprichst. Das Ansprechen mit dem Namen ist ein erstes Signal an den/die Andere:n. Der Blickkontakt schafft Beziehung. Die Pause gönnt dem/der Gesprächspartner:in einen Augenblick Zeit, aus seinen/ihren Gedanken oder Tätigkeiten heraus zu kommen und die Aufmerksamkeit auf dich zu richten. Mit den 3A stellst du sicher, dass dein:e Gesprächspartner:in dir zuhört.

Lässt du deinen Informationen Zeit zu wirken?

Redest du ohne Punkt und Komma und textest deine Zuhörer:innen zu? Das kann anstrengend wirken, denn die Gesprächspartner:innen müssen dann mühevoll herausfiltern, was jetzt die relevanten Informationen waren. Oder sie lassen es eben gleich bleiben.

 

Gib deinen Gesprächspartner:innen die Chance, deine Informationen zu verarbeiten. Das gelingt, wenn du eine minimale Pause zwischen deinen Sätzen machst.

 

Gelingt es dir, dich selbst zu beobachten, dir selbst zuzuhören? Oder hast du bereits Rückmeldungen von anderen bekommen? Im individuellen SprachCoaching gehe ich auf deine persönlichen Themen ein. Dabei kannst du ausprobieren, wie kleine Varianten im Sprachgebrauch eine ganz andere Wirkung entfalten. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0