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Zeitgeist? oder einfach: Alles neu macht der Januar

Wie ich dich künftig persönlicher ansprechen werde

Schon eine Weile überlege ich, in meinem Blog die Menschen mit “du” anzusprechen. Ich habe beschlossen: Jetzt ist es soweit. Da auf Facebook, Instagram und inzwischen auch auf XING das “du” die übliche Umgangsform ist, scheint es mir richtig, das auch bei mir anzupassen. Es kam mir in der letzten Zeit komisch vor, einen neuen Blogartikel z.B. auf Facebook mit “du” anzukündigen und dann steht der gesamte Haupttext in “Sie”. Auch dieses überlegen und aufpassen, wo schreibe ich “Sie”, wo schreibe ich “du” bereitete mir zunehmend Mühe. 

Ich hoffe, du als Leser:in fühlst dich da auch noch persönlicher angesprochen als mit dem distanzierten “Sie”. 


Warum ich Gendern für mehr als "Zeitgeist" halte

 

In den letzten Jahren schrieb ich in der Regel von “Erzieherinnen und Erziehern”, später dann von “LeserInnen” (mit dem sogenannten „Binnen-I“). Mir war es schon lange wichtig, beide Geschlechter in den Texten zu benennen. Vor allen Dingen in den pädagogischen Berufen, wo überwiegend weibliche Fachkräfte am Werk sind, geht es meiner Meinung nach gar nicht, nur die männliche Form zu benennen. Wenn selbst Lehrerinnen von “Lehrern” sprechen und beide Geschlechter meinen, stimmt was nicht. Dennoch ist es verbreitet. 

In den letzten Monaten wurde ich verstärkt in Texten und Medien auf die neue Form aufmerksam: Kund:innen und Pfarrer:innen beispielsweise. Der Artikel “Sie ist unser bester Mann”, herausgegeben u.a. von der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland, April 2020), das Magazin der Deutschen Sporthilfe Gold (das seit 4/20 den Doppelpunkt setzt) sowie die Online-Zeitung Perspective Daily vertreten eine große Bandbreite an Menschen in Deutschland. 

Sie alle weisen darauf hin, dass es notwendig und an der Zeit ist, geschlechtergerecht zu formulieren. Damit erreichen wir, stereotype Rollenbilder zu lösen und kommunizieren demokratischer, fairer, inklusiver und diverser. Als Sprach-Schaffende tragen wir Verantwortung. Diese Verantwortung will ich auch übernehmen. 

Mit meiner Perspektive als Sprach- und Kommunikationstrainerin sehe ich auch den Aspekt der Wertschätzung für alle Menschen darin.

Bei meinen Kindern, anderen jungen Erwachsenen und bei manchen Nachrichtensprecher:innen höre ich bereits die klitzekleine Pause, die üblicherweise im mündlichen den Doppelpunkt signalisiert. Es klingt deutlich flüssiger, als von „Verkäuferinnen und Verkäufern“ zu sprechen. Ich bin sicher, das wird in unseren allgemeinen Sprachgebrauch übergehen.

Es wird ein Prozess für mich sein, dies zu automatisieren und sicherlich wird es manchmal noch holperig. Ich bitte daher um Nachsicht. 

 

Was 2021 noch neu ist im Blog

 

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mehr zu bloggen. Wie schon in meinem Jahresrückblick 2020 angekündigt, will ich die Reichweite des Blogs erhöhen. Dazu braucht es auch eine höhere Anzahl von Artikeln. Ich will mehr wertvollen Inhalt für meine Leser:innen produzieren und damit auch zeigen, wie und wo klare und wertschätzende Sprache wichtig sind. Dafür gönne auch ich mir eine Fortbildung, nämlich „The Content Society“. Das ist ein Online-Kurs von Judith Peters, der strukturiert Themen, Co-Blogging, Austausch und Marketing-Tipps miteinander verbindet. Wir haben bereits begonnen und es lässt sich großartig an. Das ist schon der zweite Artikel dieses Jahr … Läuft!

 

PS:

Ich bin Mitglied bei Perspective Daily – für einen Journalismus, der fragt, wie es weitergeht! perspective-daily.de
#zeigenwasgeht

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